25.06.19 Militanz autonomer Frauen in den 1980er als feministische Praxis

Militanz autonomer Frauen in den 1980er als feministische Praxis

25.06.19 Militanz autonomer Frauen in den 1980er als feministische Praxis
Quelle: Facebook Page

Termin

25.06.19 von: 19:00 Uhr bis: 21:00 Uhr

Event Ort

Beschreibung

Keine ‚Friedensfrauen‘: Militanz autonomer Frauen in den 1980er Jahren als feministische Praxis

Thema dieser Veranstaltung ist die Frage nach dem Verhältnis von Militanz und Frauenwiderstand. Ausgangspunkt ist hierbei die historische Präsenz und Wirkung feministischer Gruppen im Umfeld der Autonomen Bewegung in Westdeutschland in den 1980er Jahren und ihr Verständnis von feministischer Politik. In den 1980ern formierten sich autonome Frauengruppen als unabhängige, aber lose miteinander verbundene Gruppen von Frauen, deren militante Politik auf einer Sichtbarmachung und radikalen Ablehnung patriarchalischer Machstrukturen basierte. Sie forderten die heterosexistischen und sexistischen Strukturen innerhalb der Autonomen Bewegung heraus und verbanden anti-imperialistische Analyse mit feministischer Politik, während sie den gewaltfreien Aktivismus der Neuen Frauenbewegung in Frage stellten. Die Untersuchung von Bewegungsliteratur aus den 1980ern (Flugblätter, Thesenpapiere, Stellungnahmen etc.) verdeutlicht die Anwesenheit eines militanten Feminismus innerhalb linker Debatten, der den Widerstand von Frauen gegen den Staat innerhalb einer radikalen linken Bewegung als notwendigerweise gewaltsam verstand und den gewaltfreien Protest der Frauenbewegung als wirkungslos kritisierte. Eine Analyse dieser feministischen Positionen zeigt außerdem, wie radikale Frauen ihre Rolle innerhalb der Autonomen Bewegung verstanden und wie sie deren politische Einschätzung von Geschlechterbeziehungen beeinflussten. Ein historisches Verständnis davon, wie Militanz als Teil feministischer Politik von autonomen Frauen der 1980er verstanden wurde, trägt einen wichtigen Teil zur heutigen Debatte um gender und radikaler linker Politik bei.

Patricia Melzer ist Associate Professor in German Studies und Gender, Sexuality and Women’s Studies an der Temple University in Philadelphia. Ihr Forschungsinteresse ist Gender und politische Gewalt, vor allem innerhalb des Kontexts von radikalem linkem Aktivismus in Deutschland. In ihren Publikationen thematisiert sie unter anderem die Bedeutung von politischer Gewalt von Frauen sowohl von feministischer Militanz für was im Allgemeinen unter feministischem Aktivismus verstanden wird. Ihr Konzept der „feministischen Praxis“ (feminist practice) stellt die Aktionen von Feministinnen innerhalb der Autonomen sowohl von Frauen in der Roten Armee Fraktion in Beziehung zum feministischen Aktivismus. Sie ist Autorin von Death in the Shape of a Young Girl: Women’s Political Violence in the Red Army Faction (NYU Press 2015) und Alien Constructions: Science Fiction and Feminist Thought (Texas U Press 2006).

Bildquelle: naturfreundejugend-berlin.de

hinzugefügt am: 19.06.19 16:39