05.07.19 Übergabe Magnus-Hirschfeld-Platz

Übergabe Magnus-Hirschfeld-Platz

05.07.19 Übergabe Magnus-Hirschfeld-Platz
Quelle: Facebook Page

Termin

05.07.19 von: 17:00 Uhr bis: 19:30 Uhr

Event Ort

Nürnberg

Beschreibung

Freitag, 5. Juli 2019 um 17:00 Uhr

Die Übergabe nimmt Bürgermeister Christian Vogel vor.
Musikalisch umrahmt wird die Feierlichkeit von der Sängerin Joana Zimmer.

Auf diesem Platz befindet sich die Informations- und Erinnerungs-Stele an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus und des Paragraphen 175 Strafgesetzbuch. Wir fanden es daher passend, dass dieser Platz nach einem engagierten Kämpfer gegen diesen Strafrechtsparagraphen benannt wird. Magnus Hirschfeld (* 14. Mai 1868; † 14. Mai 1935) war der Gründer des „Wissenschaftlich-humanitären Komitees“, dass sich ab 1897 für eine Strafrechtsreform einsetzte. Er gründete weiterhin im Jahr 1919 das „Institut für Sexualwissenschaft“ in Berlin, welches sich mit der Erforschung der sexuellen und der geschlechtlichen Identität des Menschen auseinandersetzte und dies wissenschaftlich betrieb.

Hirschfeld erreichte in der Weimarer Republik etliche respektable Erfolge, zur Strafrechtsreform kam es aber nicht mehr. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP wurde das Institut für Sexualwissenschaft bereits im Jahr 1933 geschlossen, die Bücher und Schriften wurden vernichtet. Das Wissenschaftliche-Humanitäre Komitee wurde umgehend aufgelöst.

Magnus Hirschfeld selbst war bereits 1932 nach massiven Anfeindungen ins Exil gegangen wo er 1935 starb. In Nürnberg hatte das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee eine Anhängerschaft. Es gab den Treffpunkt von hiesigen Mitgliedern im Verein „Silhouette“. Der hier in Nürnberg verlegte „Stürmer“ hatte Magnus Hirschfeld, der jüdisch und homosexuell war, auch als Lieblingsopfer mehrfach ins Visier genommen und sicherlich zu seinem Exil ab 1932 beigetragen.

Einlassvorbehalt: Die Veranstalter behalten sich gem. Art 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Organisationen angehören oder der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische, homophobe oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

hinzugefügt am: 11.06.19 16:40