Die queeren Treffpunkte Montevideos konzentrieren sich auf das Zentrum. Im Centro, in Cordón und in der Ciudad Vieja liegen die festen Bars und Clubs der Szene, dazu kommen viele gemischte Lokale, in denen queere Gäste selbstverständlich dazugehören. Ein eigenes Schwulenviertel gibt es nicht.
Der größte Ort zum Ausgehen ist Caín in der Calle Cerro Largo. Der Club hat zwei Floors, Bar und Darkroom und wird von Schwulen und Lesben gleichermaßen besucht. Der Small Club in der Calle Brandzen in Cordón ist eine Bar mit Dragshows, die vor allem schwule Männer anspricht. In der Altstadt liegt in der Calle Soriano die Bar Chains mit Livemusik und Shows, ebenfalls mit überwiegend männlichem Publikum.
Wichtig für die Community sind außerdem die Organisationen, die sich in der Coordinadora de la Marcha por la Diversidad zusammengeschlossen haben. Dazu zählen queere Kollektive, feministische Gruppen und Gewerkschaften. Sie organisieren nicht nur den großen Marsch im September, sondern über das Jahr auch Treffen, Diskussionen und kulturelle Abende. Wer neu in der Stadt ist oder länger bleibt, findet über diese Gruppen leicht Anschluss.
Für Reisende ist es sinnvoll, sich vor dem Besuch über die Social-Media-Kanäle der Clubs zu informieren, weil Programme und Öffnungstage wechseln. Viele Kontakte entstehen außerdem über Dating-Apps, die in Montevideo weit verbreitet sind. Wer queeres Leben jenseits des Nachtlebens kennenlernen will, sollte sich die Marcha im September nicht entgehen lassen.