Magdeburgs queere Szene ist überschaubar und stark von Vereinen geprägt. Wer die Stadt kennenlernen möchte, landet früher oder später in der Otto-von-Guericke-Straße 41: Dort hat der LSVD⁺ Sachsen-Anhalt seinen Sitz und betreibt das Regenbogencafé. Es ist ein offener Treffpunkt für Menschen aus der Stadt und dem Umland. Unter der Woche treffen sich hier verschiedene Gruppen, etwa ein offener Treff für alle ab 18, die Runde „Mitten im Leben“ für Queers ab 30, eine Gruppe für FLINTA* und Angebote für queere Jugendliche. Zum Haus gehören außerdem eine queere Bibliothek mit mehr als 500 Titeln zum Ausleihen und eine Beratungsstelle, die bei Coming-out, Diskriminierung oder Fragen zu Trans* und Inter* weiterhilft.
Zum Ausgehen ist das Boys'n'Beats in der Liebknechtstraße 89 im Stadtteil Stadtfeld die feste Adresse. Seit über zwanzig Jahren versteht sich der Club als Ort für Gays and Friends. Am Wochenende gibt es Mottopartys und Auftritte von Travestiekünstler*innen, gefeiert wird vor gemischtem Publikum.
Beim Zentrum für sexuelle Gesundheit der Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord in der Herderstraße 17 bekommt man Beratung sowie Tests auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen.
Der CSD Magdeburg e.V. organisiert den Christopher Street Day und übers Jahr weitere Veranstaltungen. Ein Stück Geschichte findet sich ebenfalls in der Stadt: Magnus Hirschfeld eröffnete in Magdeburg seine erste Praxis. Daran erinnern heute eine Gedenktafel in der Innenstadt und der Magnus-Hirschfeld-Weg in der Neuen Neustadt.
Eine eigene schwule Sauna oder ein ausgeprägtes Kneipenviertel gibt es in Magdeburg nicht. Das queere Leben spielt sich in den Vereinsräumen, im Club und rund um den CSD ab. Wer Anschluss sucht, findet ihn am ehesten bei den Gruppenabenden im Regenbogencafé.