Die meisten queeren Lokale in Medellín liegen in El Poblado, vor allem in Provenza. Diesen Sektor hebt die kolumbianische Tourismusbehörde als besonders LGBTI-freundlich hervor. Dort steht die Bar Chiquita an der Carrera 37 #8a-88, bekannt für ihre allabendlichen Drag-Shows, ihre bunte Einrichtung und eine Regenbogentreppe. Sie versteht sich als Ort, an dem man so sein kann, wie man ist, und zieht Einheimische wie Reisende an.
Die Tourismusbehörde führt außerdem den Club Oráculo und den Purple Club unter den LGBTI-Adressen der Stadt. Neben festen Lokalen gehören Drag-Shows zum Kern der Szene, und Chiquita ist dafür die bekannteste Bühne.
Wer Kontakt zur Community sucht, findet ihn außerhalb des Nachtlebens bei den Organisationen. Die Alianza Social LGBTI de Antioquia arbeitet mit jungen Freiwilligen, die Corporación Stone Wall ist an der Organisation des Pride beteiligt. Die Stadtverwaltung hat mit der Gerencia de Diversidades Sexuales e Identidad de Género eine eigene Stelle für die Belange queerer Menschen, die Projekte und Programme in den Stadtteilen betreut.
Rechtlich ist Kolumbien gut aufgestellt: Gleichgeschlechtliche Paare können heiraten und gemeinsam adoptieren, trans Personen ihren Geschlechtseintrag ändern lassen. Der jährliche Höhepunkt ist die Marcha del Orgullo im Juni oder Anfang Juli, deren Route jedes Jahr neu festgelegt wird und zuletzt von der Calle Barbacoas zum Parque de las Luces führte. Die größte Clubszene des Landes hat Bogotá mit dem Viertel Chapinero.