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Über die LGBT-Szene in Odesa
Odesa ist die drittgrößte Stadt der Ukraine, eine Hafenstadt am Schwarzen Meer. Eine sichtbare queere Infrastruktur mit Bars, Cafés oder Saunen gibt es hier kaum. Für Odesa ist weder eine ausgewiesene Gay-Bar noch eine Gay-Sauna verzeichnet.
Als gay-friendly gilt der Club Libertin an der Rischeljewska-Straße im Zentrum. Er ist ein Nachtclub mit Bar, Karaoke und Shows, kein ausgewiesener Gay-Club, und passt eher zu einer langen Nacht als zu einem ruhigen Abend.
Wichtiger als Lokale sind in Odesa die Organisationen. Gay Alliance Ukraine, deren Geschäftsführerin Anna Leonowa die Pride in Odesa mitorganisiert hat, baute mit Queer Home ein Netz von Community-Zentren auf, darunter eines in Odesa. Diese Räume waren für Abende, Treffen und kreative Projekte gedacht, nicht für medizinische Beratung. Aus diesem Umfeld ging auch OdesaPride hervor. Wo sich die Community heute trifft, erfährt man am verlässlichsten direkt bei der Organisation.
Die Pride ist der sichtbarste queere Moment der Stadt. Früher fand sie im August statt, unter starkem Polizeischutz und wiederholt von Rechtsextremen angegriffen. Nach Beginn der russischen Vollinvasion gab es den ersten Marsch im Mai, zum Internationalen Tag gegen Homophobie, auf dem Birschowa-Platz.
Homosexuelle Handlungen sind in der Ukraine nicht strafbar. Die Community fordert eine rechtliche Regelung eingetragener Partnerschaften und ein Gesetz gegen Hassverbrechen. Die gesellschaftliche Akzeptanz wächst, Vorbehalte gibt es weiterhin, auch wegen der Haltung der Kirchen. Vor einer Reise lohnt der Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts, das seit Beginn der russischen Vollinvasion vor Reisen in die Ukraine warnt.
Zufällige Angebote in Odesa
Vereine, Kultur, Shops und Restaurants – bei jedem Besuch eine andere Auswahl.