Das Glockenbachviertel ist das unbestrittene Zentrum queeren Lebens in Bayern. Rund um den Gärtnerplatz haben sich über Jahrzehnte Bars, Cafés, Läden und soziale Initiativen angesiedelt, die das Viertel zu einem Ort machen, an dem queeres Leben sichtbar und alltäglich ist – nicht nur an einzelnen Partyabenden.
Neben der Nachtszene gibt es in München auch ein dichtes Beratungsnetz. Das Sub e.V., ansässig mitten im Glockenbachviertel, zählt zu den ältesten schwulen Kommunikations- und Kulturzentren Deutschlands und bietet neben psychosozialer Beratung auch Selbsthilfegruppen, HIV-Prävention und Freizeitangebote. Ergänzt wird das Angebot durch Fachstellen für trans und nichtbinäre Personen sowie Antidiskriminierungsberatung, die überwiegend im oder nahe dem Viertel angesiedelt sind.
Außerhalb Münchens dünnt die Infrastruktur schnell aus. Nürnberg und Augsburg verfügen über eigene, kleinere Beratungsstellen und Vereine, die meist ehrenamtlich arbeiten und auf feste Öffnungszeiten oft verzichten müssen. In der Fläche Bayerns – gerade in Franken und Niederbayern – fehlt häufig jede feste Anlaufstelle. Viele queere Menschen fahren deshalb für Beratung oder Community-Kontakt weite Strecken nach München oder Nürnberg.
Diese Konzentration auf wenige Städte erklärt auch die hohe Zahl kleiner CSD-Vereine im Land. Wo es keine dauerhafte Anlaufstelle gibt, wird der jährliche CSD-Termin selbst zur wichtigsten sichtbaren Struktur vor Ort – manchmal die einzige Gelegenheit im Jahr, andere queere Menschen aus der Region überhaupt zu treffen.