Das Bohnenviertel in Stuttgart ist mehr als eine Ansammlung von Bars – es gilt als das historisch gewachsene queere Viertel der Stadt, mit einer Dichte an LGBTQ+-Adressen, die in Baden-Württemberg ihresgleichen sucht. Enge Gassen, kleine Läden und eine über Jahrzehnte gewachsene Infrastruktur machen es zum natürlichen Ausgangspunkt für queeres Leben in der Landeshauptstadt, auch für Neuankömmlinge, die sich in der Stadt erst orientieren.
Der LSVD Baden-Württemberg koordiniert als Landesverband die vielen lokalen Gruppen, die sich über das gesamte Bundesland verteilen – ein Netz, das durch die außergewöhnlich hohe Zahl an CSD-Standorten sichtbar wird: Von Karlsruhe über Tübingen und Heidelberg bis nach Konstanz am Bodensee haben praktisch alle größeren und viele mittelgroße Städte eigene Ansprechpartner und Beratungsstrukturen aufgebaut. Diese Struktur ist in dieser Breite unter den deutschen Flächenländern eher ungewöhnlich und spiegelt eine lange gewachsene, dezentrale Vereinslandschaft wider.
Für Besuchende bedeutet das: Wer außerhalb Stuttgarts unterwegs ist, findet trotzdem meist eine lokale Anlaufstelle, sei es eine Beratungsstelle, eine Hochschulgruppe oder einen festen Stammtisch. Die Vielzahl kleinerer Städte mit eigener queerer Infrastruktur macht Baden-Württemberg zu einem Bundesland, dessen Szene nicht allein von der Landeshauptstadt getragen wird, sondern von einem breiten, gut vernetzten Unterbau, der über Jahrzehnte gewachsen ist und sich stetig weiterentwickelt.