Eine feste Gay-Bar-Szene mit eigenen Adressen wie „Regenbogen" oder „Queer Corner", wie frühere Fassungen dieses Textes behaupteten, lässt sich in Tübingen nicht belegen. Real existiert das Café Regenbogen, ein gemeinnütziges Café, dessen Erlöse HIV-Betroffene unterstützen – vermutlich die Quelle der Verwechslung. Zentraler Anlaufpunkt für die queere Community ist das Queere Zentrum Tübingen in der Derendinger Straße, das Beratung, Gruppentreffen und Veranstaltungsräume bietet.
Der Anlagensee im Park an der Europastraße ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für Spaziergänge und Picknicks – aber kein ausgewiesener Treffpunkt der queeren Szene, wie es frühere Textfassungen suggerierten. Eine „Neckar-Sauna" mit queerem Programm ist ebenfalls nicht nachweisbar.
Wer in Tübingen queere Nachtkultur sucht, findet sie vor allem rund um den CSD im Juni und über die Veranstaltungen des Queeren Zentrums, weniger über eine ausgebaute Bar- oder Club-Landschaft. Die Nähe zu Stuttgart bietet zusätzliche Optionen für alle, die ein größeres Angebot suchen.
Insgesamt ist die Tübinger Szene klein, aber vernetzt – getragen von einem festen Zentrum statt von kommerziellen Locations.
Wer eine konkrete Anlaufstelle vor Ort sucht, informiert sich am besten direkt bei der Bar oder dem Verein über aktuelle Öffnungszeiten und Termine – bei kleineren Städten ändern sich Programme häufiger als in großen Szene-Metropolen, und Social-Media-Kanäle sind meist aktueller als Reiseführer.