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Über die LGBT-Szene in Emden
Eine queere Bar, ein Café mit eigenem Szenebezug oder eine Sauna gibt es in Emden nach allem, was sich überprüfen lässt, nicht. Die wichtigste Anlaufstelle ist deshalb kein Lokal, sondern ein Verein.
Das Queere Netzwerk Ostfriesland ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Emden. Er will queere Strukturen in der ländlichen Region aufbauen und verbinden, richtet jedes Jahr den CSD Emden aus und betreibt eine queere Jugendgruppe. Das Orga-Team trifft sich in der Vorbereitungszeit wöchentlich, wer mitmachen will, schreibt eine kurze E-Mail und wird zurückgerufen. Postalisch erreichbar ist der Verein über das Café Life-Point in der Ysaak-Brons-Straße in Emden.
In Norden, etwa eine halbe Stunde nördlich, gibt es mit dem GleichArt Café einen regelmäßigen Treffpunkt. Ehrenamtliche öffnen es an jedem ersten und dritten Montag im Monat abends im Jugendhaus Norden in der Parkstraße 45 A. Eingeladen sind queere Menschen jeden Geschlechts und jeder Orientierung. Für Jugendliche und junge Erwachsene ist das oft der einfachste Einstieg.
Die nächste größere Szene liegt in Oldenburg, mit dem Regionalzug über Leer erreichbar. Dort organisiert ein eigener Verein den CSD Nordwest, einen der größten in Deutschland, und die Stadt führt auf ihrer Website eine eigene Rubrik zu queerem Leben. Bremen bietet als Großstadt noch mehr Beratungsangebote und Lokale.
Zur Rechtslage: In Deutschland können gleichgeschlechtliche Paare heiraten und gemeinsam Kinder adoptieren, der Geschlechtseintrag lässt sich per Erklärung beim Standesamt ändern. Gleichzeitig ist die Zahl der in Niedersachsen erfassten LSBTIQ-feindlichen Straftaten deutlich gestiegen. Wer Gewalt oder Anfeindung erlebt, kann Anzeige bei der Polizei erstatten und sich beim Verein Unterstützung holen. Kontakte knüpfen viele in der Region zusätzlich über Dating-Apps, weil feste Treffpunkte so rar sind.