Queeres Leben in Niedersachsen konzentriert sich stark auf Hannover, ist aber nicht darauf beschränkt. Auf engstem Raum bündelt die Kreuzstraße in der Altstadt Bars, Cafés und Fachgeschäfte und gilt als informelles Zentrum der Szene. Beratung, Kultur und Nachtleben liegen hier oft nur wenige Meter auseinander.
Wie eng beides in Hannover verzahnt ist, zeigt der Verein Schwule Sau in der Nordstadt: Neben dem Club betreibt er auch Beratungsangebote und kulturelle Veranstaltungen, von Theater bis zu politischen Diskussionsabenden. Ergänzt wird das Angebot durch Beratungsstellen für trans Personen sowie Antidiskriminierungsstellen, die überwiegend in den größeren Städten des Landes angesiedelt sind.
Außerhalb Hannovers trägt Oldenburg mit dem Queeren Zentrum Na Und eine der wichtigsten Anlaufstellen des Landes. Café, Beratung und Veranstaltungsraum liegen dort unter einem Dach – ein Modell, das kleinere Städte in Niedersachsen oft nachzuahmen versuchen, ohne über vergleichbare Ressourcen zu verfügen. Braunschweig, Osnabrück und Göttingen haben eigene, meist ehrenamtlich getragene Vereine, die Beratung und Vernetzung anbieten, aber selten feste Ladenlokale.
Am größten bleibt die Lücke auf dem Land. Wer außerhalb der Städte lebt, ist häufig auf Onlineberatung oder weite Fahrten in die nächste größere Stadt angewiesen. Deshalb tragen CSD-Vereine aus Hannover und Oldenburg ihre Aufklärungsarbeit gezielt auch in Schulen und Jugendzentren kleinerer Orte, weit über das eigentliche Stadtgebiet hinaus.