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Queere Fußballfans: Fanclubs, Netzwerke und wie du Anschluss findest

Queere Fans haben sich in Fanclubs und Netzwerken organisiert, in Deutschland und Europa. Wer dazugehört, wie es anfing und wie du den Einstieg findest.
06.11.2026 · 4 Min Lesezeit

Zuletzt geprüft: 06.11.2026

Bild: Photo by Darya Sannikova on Pexels (Quelle) · Pexels License

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Ein Stadion ist für viele ein Ort, an dem man Teil von etwas Großem ist. Für queere Fans war es lange vor allem ein Ort, an dem man still blieb. Dass sich das geändert hat, liegt an Fanclubs, die sich organisiert haben, oft über Städte und Länder hinweg. Dieser Text zeigt, wer sie sind, wie sie entstanden und was du tun kannst, wenn du Anschluss suchst.

Queer Football Fanclubs (QFF)

Queer Football Fanclubs, kurz QFF, ist ein Netzwerk europäischer schwul-lesbischer Fußballfanclubs. So beschreibt es die Friedrich-Ebert-Stiftung in der Ankündigung einer Veranstaltung vom 22. April 2024 (FES). Football Supporters Europe beschreibt das Netzwerk als europäischen Zusammenschluss von LGBT+-Fans (Football Supporters Europe).

Die erste Konferenz des Netzwerks fand 2007 in Dortmund statt. 2009 gab es sich eine Satzung. Neben Fanclubs aus Deutschland gehören ihm nach Angaben von Football Supporters Europe Gruppen aus England, den Niederlanden, Spanien und der Schweiz an. Im Oktober 2014 hängten QFF-Gruppen in mehreren deutschen Stadien Banner mit der Aufschrift „Football Has No Gender“ auf.

Eine aktuelle Mitgliederliste war bei der Recherche nicht auffindbar, deshalb nennt dieser Text keine Zahl. Wenn du Kontakt suchst, ist die direkte Anfrage beim Netzwerk oder beim Fanprojekt deines Vereins der sicherere Weg.

Ein Beispiel aus Leipzig

Ein Fanclub, der sich öffentlich geäußert hat, sind die RainbowBulls aus Leipzig. Die Leipziger Internet Zeitung führte 2017 ein Interview mit ihnen, das den Titel „Wir wollen nichts Besonderes sein“ trägt (L-IZ). Wer den Fanclub kennenlernen will, kann das Interview als Einstieg lesen.

Andere Netzwerke und Projekte

Die Friedrich-Ebert-Stiftung nennt zwei weitere Akteure: Fußballfans gegen Homophobie, dessen Gründungsmitglied Christian Rudolph ist, und das Projekt „Team out and proud“, das der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) betreibt. Genaue Gründungsjahre nennt die Quelle nicht.

Auch in Großbritannien ist die Fanbewegung gewachsen. Football Supporters Europe nennt das Gay Football Supporters Network, das in den späten 1980er Jahren in Großbritannien entstand und als Beginn der Selbstorganisation queerer Fans gilt. 2014 entstand Pride in Football, ein Bündnis, dem laut der Quelle über 30 aktive Gruppen in Großbritannien angehören. Zu den Gründungsgruppen zählten Canal Street Blues (Manchester City), Gay Gooners (Arsenal), Proud Canaries (Norwich City) und Proud Lilywhites (Tottenham Hotspur). Hinzu kommt Three Lions Pride, eine Gruppe für queere Fans der englischen Nationalmannschaft. Jedes Jahr findet außerdem die Aktion #CALLITOUT statt.

Warum Regenbogenfahnen nicht reichen

In der Ankündigung der Friedrich-Ebert-Stiftung steht ein Satz, der den Kern trifft: Regenbogen-Symbolik allein reiche nicht aus. Es bestünden weiter Ausschlüsse, die beseitigt werden müssten. Die Veranstaltung fragte deshalb nach früheren Kämpfen um Zugang und Teilhabe im Männerfußball und nach der Rolle von Großereignissen dabei. Konkrete Vorfälle oder Zahlen nennt der Text nicht.

Was das für dich heißt: Eine Regenbogenflagge am Spieltag sagt wenig darüber, wie es auf der Tribüne zugeht.

So findest du Anschluss

Die folgenden Schritte sind Vorschläge der Redaktion und nicht aus den genannten Quellen belegt:

  • Schau auf der Webseite deines Vereins nach, ob es einen queeren Fanclub gibt.
  • Frag beim Fanprojekt deiner Stadt nach, ob es Kontakte gibt.
  • Wenn du nicht allein ins Stadion gehen willst, kannst du dich zuerst bei Fußballfans gegen Homophobie melden und nach einer Begleitung fragen.
  • Geh bei deinem ersten Besuch mit jemandem, dem du vertraust. Ein Fanclub ist kein Pflichttermin, du kannst auch einfach zusehen, wie es bei den ersten Treffen läuft.

Was bleibt

Queere Fankultur ist älter, als viele denken: Die ersten Selbstorganisationen entstanden in Großbritannien in den späten 1980er Jahren, die erste deutsche Konferenz 2007. Eine vollständige Landkarte gibt es nicht. Wer mitmachen will, findet sie am ehesten über die Netzwerke und über das Fanprojekt vor Ort.

Bild: Foto von Darya Sannikova auf Pexels.

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Häufige Fragen

Was ist QFF?

Queer Football Fanclubs ist ein Netzwerk europäischer schwul-lesbischer Fußballfanclubs. Die erste Konferenz war 2007 in Dortmund, 2009 gab sich das Netzwerk eine Satzung.

Gibt es queere Fanclubs in Deutschland?

Ja, zum Beispiel die RainbowBulls aus Leipzig. Eine vollständige aktuelle Liste war nicht auffindbar. Frag am besten beim Fanprojekt deiner Stadt oder bei Fußballfans gegen Homophobie nach.

Was ist „Team out and proud“?

Ein gemeinsames Projekt des Deutschen Fußball-Bundes und des Lesben- und Schwulenverbands, laut Friedrich-Ebert-Stiftung.

Reicht eine Regenbogenflagge im Stadion?

Laut der Friedrich-Ebert-Stiftung nicht: Regenbogen-Symbolik allein reiche nicht aus, weiter bestehende Ausschlüsse müssten beseitigt werden.

Wie finde ich Anschluss an eine queere Fangruppe?

Schau auf der Webseite deines Vereins, frag beim Fanprojekt oder melde dich bei Fußballfans gegen Homophobie. Das sind Vorschläge der Redaktion.

Quellen

  1. fes.de · alles-so-schoen-bunt-hier-queere-fankultur-im-maennerfussbal...
  2. fanseurope.org · lgbt-fans-groups-keep-growing
Queere Fußballfans QFF Fanclubs Fußball Community Fußballfans gegen Homophobie
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