Quito hat eine kleine queere Szene, die sich nicht mit den großen Metropolen Lateinamerikas vergleichen lässt. Wer eine ausgedehnte Kneipenmeile mit Regenbogenfahnen an jeder Ecke erwartet, wird sie hier nicht finden. Das Nachtleben der Stadt insgesamt konzentriert sich im Viertel La Mariscal nördlich des historischen Zentrums, rund um die sogenannte Zona Rosa. Dort liegen zahlreiche Bars, Clubs und Restaurants, die ein gemischtes Publikum anziehen, und dort befinden sich auch mehrere Hotels, die von queeren Menschen geführt werden.
Ausgewiesene queere Lokale sind überschaubar. Internationale Szeneführer nennen für Quito nur eine Handvoll Bars und eine Disco, darunter eine Bar mit Dragshows und Kulturabenden. Über eine der gelisteten Adressen heißt es ausdrücklich, sie sei kein sicherer Ort, besonders nicht für Touristen. Weil sich solche Lokale häufig ändern, schließen oder umziehen, lohnt es sich, vor dem Ausgehen aktuelle Informationen einzuholen und bei Einheimischen nachzufragen. Viele queere Menschen in Quito verabreden sich heute über Apps und treffen sich dann in gewöhnlichen Bars und Cafés.
Neben dem Nachtleben gibt es kulturelle Angebote. Im November findet ein queeres Filmfestival statt, und rund um die Marcha del Orgullo im Juni organisieren Kollektive Veranstaltungen, Konzerte und Diskussionen. Diese Termine sind oft der einfachste Weg, die lokale Community kennenzulernen.
Die Hauptstadt gilt als offener als viele ländliche Regionen des Landes, doch Teile der Bevölkerung sind konservativ geprägt. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit ziehen außerhalb des Ausgehviertels schnell Blicke auf sich. Nachts ist es ratsam, registrierte Taxis oder Fahrdienst-Apps zu nutzen, statt längere Strecken zu Fuß zu gehen, auch in der Mariscal und im historischen Zentrum. Mit etwas Vorbereitung lässt sich Quito als queere Reisende oder queerer Reisender dennoch gut und entspannt erleben.