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Notfallkontakte für LGBTQ+ in Deutschland

Notfallkontakte für LGBTQ+ in Deutschland

Bild: (pixabay)

4 Min Lesezeit

Polizei, Telefonseelsorge und queere Beratungsstellen auf einen Blick: Diese Notfallnummern und Anlaufstellen helfen bei Gewalt, Diskriminierung und in Krisen.

Manchmal zählt jede Minute: nach einem homophoben Übergriff, in einer akuten psychischen Krise oder wenn dir nach einem Outing der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Diese Seite bündelt die Nummern und Anlaufstellen, die in solchen Momenten weiterhelfen – von der Polizei über die Telefonseelsorge bis zu queeren Beratungsstellen, die wissen, worum es geht.

Akute Notfälle: Diese Nummern gelten sofort

Bei Lebensgefahr, einem laufenden Übergriff oder einer schweren Verletzung gibt es keinen Grund zu zögern. Wähle direkt:

  • Polizei: 110 – bei Bedrohung, Gewalt oder wenn du dich akut unsicher fühlst.
  • Rettungsdienst: 112 – bei medizinischen Notfällen und Verletzungen.
  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 – rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Die Beratenden sind für Menschen jeder Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung da.

Die 116 123 ist eine bundesweit einheitliche Kurznummer und funktioniert auch ohne Vorwahl. Wer lieber schreibt als spricht, findet bei der Telefonseelsorge zusätzlich Chat- und Mail-Beratung über deren Website.

Queere Krisen- und Beratungsstellen

Gerade nach diskriminierenden Erfahrungen tut es gut, mit jemandem zu sprechen, der queere Lebensrealitäten kennt – ohne dass du erst lange erklären musst. Diese Stellen beraten persönlich, telefonisch und oft auch anonym:

  • VLSP (Verband für lesbische, schwule, bi-, trans*, inter* und queere Psychologie): Therapeut*innen-Suche und psychologische Beratung mit queerer Fachkompetenz.
  • Rosa Strippe (Bochum): 0234 19446 – Beratungstelefon für queere Menschen.
  • Sub München: 089 856 346 400 – Schwulenberatung mit langjähriger Erfahrung.
  • Mann-O-Meter Berlin: 030 216 80 08 – Information, Beratung und Krisenhilfe für schwule und bisexuelle Männer.
  • Checkpoint Köln: 0221 925 96 60 – Beratung rund um Gesundheit, Coming-out und Diskriminierung.

Viele Großstädte haben eigene Schwulen- und Lesbenberatungen. Wenn du in deiner Stadt etwas suchst, hilft auch der Blick auf LGBTQ+-Vereine und Gruppen vor Ort – sie kennen die regionalen Anlaufstellen oft am besten.

Bei Diskriminierung und Gewalt

Ob am Arbeitsplatz, im Wohnumfeld oder auf der Straße: Du musst diskriminierendes oder gewalttätiges Verhalten nicht hinnehmen. Folgende Stellen unterstützen dich dabei, Vorfälle einzuordnen und Schritte einzuleiten:

  • Antidiskriminierungsstelle des Bundes: 0800 546 546 5 – kostenlose Erstberatung zu rechtlichen Möglichkeiten.
  • MANEO Berlin: 030 216 33 36 – schwules Anti-Gewalt-Projekt, das Übergriffe dokumentiert und Betroffene begleitet.
  • L-Support Köln – Beratung bei Gewalt gegen lesbische Frauen.
  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016 – rund um die Uhr, kostenlos, vertraulich und in mehreren Sprachen.

Wer einen Vorfall melden möchte, findet konkrete Wege in unserem Beitrag Diskriminierung melden: Deine Rechte kennen. Geht es um den Job, lohnt sich ein Blick auf den Schutz vor Diskriminierung am Arbeitsplatz nach dem AGG.

HIV und sexuelle Gesundheit

Eine HIV-Diagnose, ein Risikokontakt oder einfach Unsicherheit nach dem letzten Date – auch dafür gibt es vertrauliche Anlaufstellen.

  • Deutsche Aidshilfe: bundesweite Beratung, Adressen und Online-Hilfe über aidshilfe.de.
  • Lokale Aidshilfen: in jeder größeren Stadt vertreten, viele bieten anonyme Tests an.

Falls es eher um Vorsorge als um eine Krise geht, helfen unsere Beiträge zu PrEP in Deutschland und zu Testmöglichkeiten in deiner Stadt weiter.

Trans*-spezifische Beratung

Fragen rund um Transition, Coming-out oder Diskriminierung brauchen oft eine Beratung, die sich damit wirklich auskennt.

  • Trans*-Beratung Berlin: 030 449 22 90
  • dgti (Deutsche Gesellschaft für Trans*identität und Intersexualität): Ergänzungsausweis, Adressen und Informationen über dgti.org.

So bereitest du dich auf den Ernstfall vor

Hilfe anzunehmen fällt leichter, wenn man nicht erst im Notfall suchen muss. Speichere die wichtigsten Nummern jetzt im Handy ab. Wenn du reist, lohnt ein kurzer Blick darauf, welche Stellen am Zielort erreichbar sind – mehr dazu im Ratgeber Sicher reisen als schwuler Mann.

Notiere dir bei einem Übergriff möglichst früh, was passiert ist: Ort, Zeit, Zeug*innen, Verletzungen. Solche Angaben helfen später bei einer Anzeige oder Meldung. Und falls du dir unsicher bist, ob dein Erlebnis „schlimm genug“ für einen Anruf ist – das ist es. Die Beratenden sind genau dafür da.

Merke: Es ist keine Schwäche, Hilfe zu suchen. Diese Stellen sind für dich da – anonym und vertraulich.

Häufige Fragen

Bei einer akuten Bedrohung oder einem laufenden Übergriff wählst du die Polizei unter 110. Bei Verletzungen erreichst du den Rettungsdienst unter 112. Beide Nummern sind bundesweit kostenlos und rund um die Uhr besetzt.
Die Telefonseelsorge ist unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 sowie 116 123 rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar und berät Menschen jeder Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung. Für eine spezifisch queere Beratung kannst du dich zusätzlich an Stellen wie Mann-O-Meter Berlin, Sub München oder die Rosa Strippe in Bochum wenden. Viele Großstädte haben eigene Schwulen- und Lesbenberatungen.
Ja. Die Telefonseelsorge, das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ und die meisten queeren Beratungsstellen arbeiten anonym und vertraulich. Du musst weder deinen Namen nennen noch Details preisgeben, die du nicht teilen möchtest. Bei manchen Nummern erscheint der Anruf nicht einmal auf der Telefonabrechnung.
Erste Anlaufstelle ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes unter 0800 546 546 5, die kostenlos zu deinen rechtlichen Möglichkeiten berät. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt dich ausdrücklich vor Benachteiligung wegen der sexuellen Identität. Wie du konkret vorgehst, erfährst du in unseren Beiträgen zum AGG-Schutz und zum Melden von Diskriminierung.
Die Deutsche Aidshilfe bietet bundesweite Beratung und Adressen über aidshilfe.de, und in jeder größeren Stadt gibt es lokale Aidshilfen mit anonymen Testangeboten. Bei einem akuten Risikokontakt zählt Zeit: Eine PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) sollte möglichst innerhalb von 24 Stunden begonnen werden, weshalb sich ein rascher Anruf bei einer Aidshilfe oder Notaufnahme lohnt.
Ja. Die Trans*-Beratung Berlin ist unter 030 449 22 90 erreichbar, und die dgti (Deutsche Gesellschaft für Trans*identität und Intersexualität) bietet über dgti.org Informationen, Adressen und den Ergänzungsausweis. Diese Stellen kennen sich mit Fragen rund um Transition, Coming-out und Diskriminierung aus.
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